Bundesverwaltungsgericht

Geschäftslage des Bundesverwaltungsgerichts

Nr. 5/2005 vom 10. Februar 2005

Die Zahl der Eingänge beim Bundesverwaltungsgericht scheint sich auf verhältnismäßig niedrigem Niveau zu stabilisieren. So sind im vergangenen Geschäftsjahr 2 212 Verfahren anhängig gemacht worden. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 6,35 % (absolut 150 Sachen). Rückläufig sind vor allem die Beschwerdeverfahren aus dem Ausländer- und Asylrecht..

Die Zahl der am Jahresende noch anhängigen Verfahren hat sich gegenüber dem Jahr 2003 ebenfalls verringert (790; 2003: 807).

Im Einzelnen lassen sich Geschäftsbelastung und Erledigungszahlen der letzten fünf Jahre aus der folgenden vergleichenden Übersicht ablesen:

Jahr Eingänge Erledigungen   Anhängig am
Jahresende
2000 3124   3138      788
2001 2365   2481    672
2002 2968* 2672* 969
2003 2362   2524   807
2004 2212   2229   790

*zzgl. 14 durchlaufende Verfahren, die hier nicht mehr ausgewiesen werden

Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz

Aufgrund des Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetzes sind insgesamt 166 (2003: 108) erstinstanzliche Klageverfahren beim Bundesverwaltungsgericht anhängig geworden. 11 Verfahren betrafen das Schienenwegerecht (2003: 23), und 53 Verfahren das Straßenrecht (2003: 59). Aus dem Wasserstraßenrecht sind 3 und aus dem Recht der Anlegung und des Betriebs von Flugplätzen sind 82 neue Verfahren eingegangen (2003: jeweils 0). In 74 dieser Streitfälle wurde zugleich vorläufiger Rechtsschutz begehrt. Erledigt wurden insgesamt 118 (2003: 77) Klageverfahren aus den genannten Rechtsgebieten.

Verfahrensdauer

Revisionsverfahren

Die Dauer der Revisionsverfahren hat sich gegenüber den Vorjahren kaum verändert. Die durch Urteil entschiedenen Verfahren waren im Durchschnitt 10 Monate 17 Tage anhängig (2003: 10 Monate 22 Tage). Die Verfahrensdauer der Revisionen insgesamt betrug durchschnittlich 9 Monate 29 Tage (2003: 8 Monate 21 Tage).

Die durchschnittliche Gesamtdauer der durch Urteil entschiedenen Revisionsverfahren betrug in den letzten fünf Jahren:

2000 10 Monate 15 Tage
2001 9 Monate 23 Tage
2002 10 Monate 25 Tage
2003 10 Monate 22 Tage
2004 10 Monate 17 Tage

Erstinstanzliche Verfahren
 
Bei den Verkehrsprojekten "Deutsche Einheit", für die das Bundesverwaltungsgericht als erste und letzte Instanz zuständig ist, ist die durchschnittliche Verfahrensdauer praktisch gleich geblieben: 7 Monate 29 Tage im Jahr 2003 gegenüber 8 Monate 3 Tage im Jahr 2004.

2000 8 Monate 6 Tage
2001 6 Monate 28 Tage
2002 5 Monate 29 Tage
2003 7 Monate 29 Tage
2004 8 Monate 3 Tage

Aus dem Eingangsjahr 2003 waren am 1.1.2005 noch 8 Verfahren anhängig; die übrigen Verfahren stammen aus 2004.

Beschwerdeverfahren

Die Dauer der Beschwerdeverfahren hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verkürzt. 53 % (2003: 54,30 %) der Beschwerdeverfahren waren – gerechnet ab Eingang beim Bundesverwaltungsgericht – innerhalb von drei Monaten und 77 % (2003: 75,73 %) innerhalb von sechs Monaten beendet. Im Durchschnitt dauerten die Beschwerdeverfahren 3 Monate 16 Tage (2003: 3 Monate 22 Tage).

Übersicht

Im Einzelnen weist die Statistik für das Jahr 2004 folgende Geschäftszahlen aus (die Vergleichszahlen der Vorjahre sind in den nachfolgenden Spalten hinzugefügt):

    2004 2003 2002 2001 2000
Revisionssenate          
Anhängige Sachen zu Jahresbeginn 760* 900   618     685 657
Eingänge 2070   2219   2796     2155 2837
Erledigungen 2080   2372   2514     2223 2809
Anhängige Sachen am Jahresende 737   747   900     617 685

Disziplinarsenate
         
Anhängige Sachen zu Jahresbeginn 21   27   28     73 103
Eingänge 24   52   57     68 93
Erledigungen 31   58   58     113 123
Anhängige Sachen am Jahresende 14   21   27     28 73

Wehrdienstsenate
         
Anhängige Sachen zu Jahresbeginn 39   42   27     30 42
Eingänge 118   91   115** 141 194
Erledigungen 118   94   100** 144 206
Anhängige Sachen am Jahresende 39   39   42     27 30

*  diese Zahlen beinhalten 13 Sachen, die per 1. Juli 2004 vom 9. Senat auf den 10. Senat
    übergegangen sind
**zzgl. 14 durchlaufende Verfahren, die hier nicht mehr ausgewiesen werden

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