Bundesverwaltungsgericht

Pressemitteilung

Nr. 99/2010
 
08.11.2010

Gemeinsame Presseerklärung von Bundesgerichtshof und Bundesverwaltungsgericht Zwei Bundesgerichte begehen mit Bundestagspräsident Lammert als Festredner den 200. Geburtstag des Staatsmannes und 1. Präsidenten des Reichsgerichts Eduard von Simson

Der 200. Geburtstag Eduard von Simsons war Anlass für einen Festakt am 7. November 2010 im Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Eingeladen hatten die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Eckertz-Höfer und der Präsident des Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Tolksdorf. Den Festvortrag hielt der Präsident des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Norbert Lammert. Als Nachfahre von Simsons sprach der Richter am Europäischen Gerichtshof Sir Konrad Hermann Theodor Schiemann ein Grußwort.

Mit Eduard von Simson wurde der hervorragendste Repräsentant des deutschen Parlamentarismus im 19. Jahrhundert geehrt, der gleichermaßen zu den herausragenden Richterpersönlichkeiten seiner Zeit gehörte. Bundestagspräsident Lammert erinnerte an die Worte Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 1985: "Er gehörte zum besten, was das oft geschmähte und doch atemberaubend interessante 19. Jahrhundert hervorgebracht hat".

Eduard von Simson, der am 10. November 1810 in Königsberg/Preußen geboren wurde und dort in jungen Jahren als Rechtslehrer und Richter wirkte, war von 1879 bis 1891 der erste Präsident des Reichsgerichts, das seinen Sitz von 1895 an im heutigen Gebäude des Bundesverwaltungsgerichts hatte. Herausragende Verdienste hat er sich auch in der parlamentarischen Bewegung des 19. Jahrhunderts erworben. So war er Präsident in sieben deutschen Parlamenten, unter anderem in der Frankfurter Nationalversammlung (Paulskirchenversammlung, 1848/49) und ab 1871 im Deutschen Reichstag.

Die Persönlichkeit und das Wirken Eduard von Simsons waren Gegenstand der Festbeiträge. Vor geladenen Gästen, unter ihnen auch zahlreiche Angehörige der Familie von Simson, erinnerten die Redner an den Menschen, den Juristen und den Parlamentarier Eduard von Simson sowie an dessen nachhaltigen Einsatz für den Rechtsstaat zum Schutz der Freiheit und zur Festigung der staatlichen und rechtlichen Einheit.

Lebensdaten10.11.1810 Geburt in Königsberg1829 Promotion zum Dr. jur.1833 Außerordentlicher Professor in Königsberg1834 Zusätzlich: Hilfsrichter beim Tribunal in Königsberg1836 Ordentlicher Professor in Königsberg1846 Tribunalsrat1848 Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung18.12.1848 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung03.04.1849 Simson trägt im Namen der Nationalversammlung König Friedrich Wilhelm IV. die erbliche Kaiserwürde an, was dieser ablehnt.26.06.1849 Nach Austritt aus der Nationalversammlung: Präsident des Gothaer Nachparlaments.1850 Präsident des Deutschen Reichstages in Erfurt1859 Präsident des Preußischen Abgeordnetenhauses1860 Vizepräsident des Appellationsgerichts Frankfurt/Oder1867 Präsident des Konstituierenden Reichstags des Norddeutschen Bundes1868 Präsident des Deutschen Zollparlaments1869 Präsident des Appellationsgerichts Frankfurt/Oder1870 Simson überbringt als Präsident des Norddeutschen Reichstages König Wilhelm I. den Wunsch des Parlaments, die Kaiserwürde anzunehmen.1871 Wahl zum Präsidenten des Deutschen Reichstages (bis 1874)1879 Ernennung zum ersten Präsidenten des Reichsgerichts1888 Erblicher Adelsstand1891 Eintritt in den Ruhestand02.05.1899 Tod in Berlin

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