Beschluss vom 04.05.2020 -
BVerwG 1 AV 4.20ECLI:DE:BVerwG:2020:040520B1AV4.20.0

  • Zitiervorschlag

    BVerwG, Beschluss vom 04.05.2020 - 1 AV 4.20 [ECLI:DE:BVerwG:2020:040520B1AV4.20.0]

Beschluss

BVerwG 1 AV 4.20

  • VG Lüneburg - 18.04.2020 - AZ: VG 8 B 43.20

In der Verwaltungsstreitsache hat der 1. Senat des Bundesverwaltungsgerichts
am 4. Mai 2020
durch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Berlit, den Richter am Bundesverwaltungsgericht Böhmann und
die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. Wittkopp
beschlossen:

Das Verwaltungsgericht Lüneburg wird als zuständiges Gericht bestimmt.

Gründe

1 Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat mit Beschluss vom 18. April 2020 das Bundesverwaltungsgericht zur Bestimmung des örtlich zuständigen Gerichts angerufen. Für den sinngemäßen Antrag der in Griechenland aufhältigen Antragsteller zu 1 bis 4, die Antragsgegnerin im Wege der einstweiligen Anordnung zu verpflichten, dem Ersuchen Griechenlands auf Übernahme ihres Asylverfahrens stattzugeben und sich für das Asylverfahren der Antragsteller zu 1 bis 4 für zuständig zu erklären, sei das Verwaltungsgericht Ansbach gemäß § 52 Nr. 2 Satz 3 Halbs. 2, Nr. 3 Satz 3, Nr. 5 VwGO zuständig, für den entsprechenden Antrag des Antragstellers zu 5, der im Bundesgebiet internationalen Schutz begehrt, sei hingegen gemäß § 52 Nr. 2 Satz 3 i.V.m. Nr. 3 Satz 2 VwGO nach dem Ort, an dem dieser seinen Aufenthalt zu nehmen hat, das Verwaltungsgericht Lüneburg zuständig, so dass es einer Zuständigkeitsbestimmung nach § 53 Abs. 1 Nr. 3 VwGO bedürfe.

2 Nach den Grundsätzen, die der Senat in gefestigter Rechtsprechung für diese Fallkonstellation aufgestellt hat (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 2. Juli 2019 - 1 AV 2.19 - juris, vom 16. September 2019 - 1 AV 4.19 - juris, vom 25. September 2019 - 1 AV 5.19 - juris und vom 10. Februar 2020 - 1 AV 1.20 - juris) und auf die zur weiteren Begründung verwiesen wird, hält es der Senat für zweckmäßig, das Verwaltungsgericht Lüneburg als zuständiges Gericht zu bestimmen (so auch Schriftsatz der Antragsgegnerin vom 27. April 2020).