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Pressemitteilung Nr. 39/2021 vom 04.06.2021

Preisträger des „Horst-Sendler-Preises des Bundesverwaltungsgerichts“ geehrt

Am 3. Juni 2021 ist erstmalig der „Horst-Sendler-Preis des Bundesverwaltungsgerichts“ an zwei junge Wissenschaftler verliehen worden. Er zeichnet herausragende wissenschaftliche Leistungen auf den Gebieten des Allgemeinen Verwaltungsrechts, des Verwaltungsprozessrechts sowie der Institution der Verwaltungsgerichtsbarkeit aus.


Dr. Torben Ellerbrok erhielt den Preis in der Klasse „Monographien“ für seinen Beitrag „Die öffentlich-rechtliche Satzung - Dogmatische und theoretische Grundlagen einer Handlungsform der Verwaltung.“ Die Jury erachtete es als äußerst verdienstvoll, das in der Verwaltungspraxis weit verbreitete, in der Rechtswissenschaft jedoch bisher eher stiefmütterlich behandelte Rechtsinstitut der Satzung umfassend aus historischer sowie funktionaler Perspektive zu untersuchen und unter verschiedenen Aspekten zu systematisieren. Trotz ihres hohen Abstraktionsgrades verspricht die Arbeit als Lückenschluss in der monographischen Aufarbeitung einer verbreiteten Handlungsform der Verwaltung grundlegenden Ertrag für die Praxis.


In der Klasse „Aufsätze“ wurde Dr. Patrick Hilbert für seinen Beitrag „Erkenntnisfunktionen und Richtigkeitsgewähr von Verwaltungsverfahren“ ausgezeichnet. Die verwaltungswissenschaftliche Betrachtung bereitet in hervorragender Weise die Debatte um Wissensgenerierung und -verarbeitung im Recht auf; unter Fokussierung auf die behördliche Konkretisierungsleistung im Verfahren, ihre Prämissen und Determinanten. Hilbert betont den Eigenwert von Verfahren und verwirft die Figur der „einzig richtigen“ Entscheidung. Zugleich arbeitet er heraus, dass auch das Verfahren an sich keine Richtigkeit gewährleistet, sondern nur die Möglichkeit zur Rationalitätssteigerung von Entscheidungen eröffnet. Die differenzierte Argumentation gibt Denkanstöße auch für Praktiker.


Insgesamt hatten an dem Wettbewerb 17 Bewerberinnen und Bewerber teilgenommen. Voraussetzung für die Teilnahme waren ein abgeschlossenes, nicht notwendig juristisches Hochschulstudium und dass die Teilnehmer bei Einreichung ihres Beitrags nicht älter als 35 Jahre waren. Das Anliegen des Organisationskomitees und der Fachjury, bestehend aus der Vorsitzenden Richterin am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Ulrike Bick und den Vorsitzenden Richtern am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Uwe Berlit und Prof. Dr. Ingo Kraft, ist es, mit diesem Preis den wissenschaftlichen Nachwuchs dazu anzuregen, sich wieder verstärkt dem Forschungsfeld des Allgemeinen Verwaltungsrechts und des Verwaltungsprozessrechts zuzuwenden. Die Namensgebung erinnert an den ehemaligen Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Prof. Dr. Horst Sendler (1926 - 2006), dem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses immer ein Anliegen war.


Im September 2021 wird der „Horst-Sendler-Preis des Bundesverwaltungsgerichts“ zum zweiten Mal in Fachzeitschriften sowie über akademische Fachzirkel ausgeschrieben. Ende der Einreichungsfrist wird der 30. April 2022 sein.


Zu dieser Pressemitteilung gibt es ergänzendes Material.