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Verfahrensinformation

Geltendmachung von Natura 2000-Gebietsschutz durch Eigentümer der Schutzfläche


Der Kläger wendet sich gegen eine Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Asphaltmischanlage. Hierbei rügt er u.a. Verstöße gegen den Schutz von Flächen des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes „Obere Schwentine“, die in seinem Eigentum stehen.


Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Die hiergegen gerichtete Berufung hat das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht zurückgewiesen. Zwar sei ein Projekt unzulässig, wenn die Prüfung der Verträglichkeit ergebe, dass es zu erheblichen Beeinträchtigungen eines geschützten Gebietes führen könne. Ein Verstoß gegen diese Vorschriften verletzten den Kläger jedoch nicht in seinen subjektiven Rechten. Die naturschutzrechtliche Unterschutzstellung von Flächen verliehen dem Eigentümer keine eigenen Abwehrrechte.


Gegen diese Entscheidung wendet sich der Kläger mit der vom Oberverwaltungsgericht zugelassenen Revision. Sowohl unter Berücksichtigung des Eigentumsschutzes als auch des Europarechts bzw. der Aarhus-Konvention stehe ihm ein Klagerecht zu.


Pressemitteilung Nr. 12/2021 vom 17.02.2021

Kein Drittschutz der Natura 2000-Vorschriften zugunsten des Eigentümers geschützter Flächen

Der Eigentümer von Grundstücken, die in einem Natura 2000-Gebiet (FFH-Gebiet) liegen, ist nicht berechtigt, einen Verstoß gegen Vorschriften des Gebietsschutzes zu rügen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden.


Der Kläger wendet sich gegen die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Asphaltmischanlage. Er ist Eigentümer benachbarter Grundstücksflächen, die zum FFH-Gebiet "Obere Schwentine" in Schleswig-Holstein gehören. Die Vorinstanzen haben die auf Aufhebung der Genehmigung gerichtete Klage abgewiesen. Auch die Revision des Klägers blieb ohne Erfolg.


Die Vorschriften der Europäischen Union und des nationalen Rechts über den Schutz von Natura 2000-Gebieten dienen dem Ziel, einen günstigen Erhaltungszustand der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen zu bewahren oder wiederherzustellen. Einen Bezug zu den Interessen des Einzelnen lassen sie nicht erkennen. Anders als Naturschutzverbände sind Einzelne nicht berechtigt, Verstöße gegen Naturschutzrecht unabhängig von einer Verletzung in eigenen Rechten geltend zu machen.


Auch das Grundrecht auf Eigentum gebietet es nicht, die im öffentlichen Interesse erlassenen Schutzvorschriften für Natura 2000-Gebiete zugunsten des Eigentümers unter Schutz gestellter Grundstücke als drittschützend auszulegen und ihm ein Klagerecht einzuräumen.


BVerwG 7 C 3.20 - Urteil vom 17. Februar 2021

Vorinstanzen:

OVG Schleswig, 5 LB 3/19 - Urteil vom 28. November 2019 -

VG Schleswig, 6 A 56/13 - Urteil vom 22. September 2016 -